Squier Nashville Telecaster Feinkost

Eine Telecaster gehört in jedes Haus! Dachte ich mir und besorgte mir eine gebrauchte Fender Squier Telecaster in Butterscotch Blonde, welche laut Beschreibung ein Upgrade in Form eines Boosters und eines Schaller Bridge Pickups bekommen hatte. Prinzipiell war dem auch so, aber…

Ausgepackt, angeschlossen, gegruselt!

Sie klang wie eine Plastik Gitarre aus dem Spielzeugladen. Und die Saiten schnarrten. Also auseinander bauen und Fehler suchen. An der zerlegten Gitarre fiel sofort auf, dass ein wirklicher Könner eine perfekte Abschirmung mit Kupferfolie angebracht hatte. Saubere Verbindungen von Neck zu Bridge und weiter zum Elektrofach waren vorhanden. Tip Top! Die Batterieöffnung für den Booster war nicht perfekt, aber ordentlich gefräst. Der Booster mit Push/Pull Poti war sauber verlötet. Doch all dies wurde durch einen Kardinalfehler zunichte gemacht.

Dicke Folie in Carbonoptik unter der Bridge!

Was die da sollte ist mir unklar, was sie da gemacht hat aber schon: den Klang versaut. Wenn die Gitarre schon mal auseinander ist, kann man auch mal direkt an einen Umbau gehen. Eine Fender Squier Nashville Telecaster sollte es werden. Zumindest etwas in die Richtung. Gerne hätte ich eine klassische Telecaster Bridge angebracht, doch die Breite der Pickup Fräsung war dafür zu gross. Die klassische Bridge deckt dieses Loch nicht ganz ab. 

Squier Nashville Telecaster Feinkost

Squier Nashville Telecaster Feinkost

Squier Nashville Telecaster Neckplate

Squier Nashville Telecaster Neckplate

Squier Nashville Telecaster N3

Squier Nashville Telecaster N3

Dass es nicht eine echte Fender Nashville Telecaster wird war klar und auch nicht gewollt. Die Schaltung z.B. der Fender Deluxe Nashville ist wie die einer Stratocaster. Mein Ziel war die Erweiterung einer Telecaster. Stratocaster habe ich ausreichend an der Wand hängen. 

Folgende Teile habe ich besorgt oder hatte sie noch im Fundus:

  1. Fender Tuner
  2. Transparent roter Lack
  3. „Feinkost“ Aufkleber
  4. Yibuy 10 kOhm Neck Pickup
  5. Fender N3 Noiseless Stratocaster Pickup
  6. Tonerider TRT 1 Bridge Pickup
  7. Nashville Style Pickguard aus China
  8. GraphTech Sattel
  9. Locking Gurthalter
  10. Waterslide Inkjet Folie
  11. 5 Way Switch
  12. Potis

Als Erstes wurde die Kupferfolie entfernt. In den nun blanken Body wurde eine Öffnung für ein Mittelpickup gefräst. Da serienmässig bei der Squier Affinity Telecaster ein Kabelschacht von Neck- zu Bridgepickup verläuft, wurde dieser beim fräsen automatisch freigelegt und nutzbar gemacht. Nach dem fräsen wurde der Body neu abgeschirmt.

Aus reiner Neugier und ohne echte Notwendigkeit habe ich die Bodyseiten angeschliffen, einen „Feinkost“ Aufkleber angebracht, das Ganze mit transparent rotem Lack besprüht, Aufkleber entfernt und noch eine Lage des roten Klarlackes aufgetragen.

Original Headstock Logo entfernt, Kopf mit Klarlack lackiert (der Hals ist serienmässig mit Klarlack dünn lackiert, das Griffbrett nicht) und neues Logo angebracht.

Die China Tuner wurden entfernt, Arretierungsöffnungen für die Fender Tuner angebohrt und die Tuner montiert.

Original Gurtpinne raus und durch Security Pinne ersetzt.

Booster, Push/Pull Poti und 3 Way Switch entfernt. 5 Way Switch und 250 k Poti mit den neuen Pickups verlötet. Und hier gibt es einen entscheidenden Unterschied zur Fender Deluxe Nashville Telecaster. Die Fender hat folgende Schaltung:

  1. Bridge
  2. Bridge + Middle
  3. Middle
  4. Neck + Middle
  5. Neck

Das ist aber keine Telecaster Erweiterung, sondern eine Stratocaster Schaltung. Deshalb wurde meine Telecaster so geschaltet:

  1. Neck
  2. Bridge + Neck
  3. Bridge
  4. Middle + Bridge
  5. Middle

Hierbei bleiben die Positionen 1-3 klassische Telecaster Sounds und die Positionen 4 und 5 sind Erweiterungen des Klangs.